Wir waren in Budapest

Im Sommer 2005 waren wir in dieser wundervollen Stadt. Wir haben bei der Urlaubsplanung den Schwerpunkt auf zwei wichtige Sachen gelegt. Neben einer Städtereise wollten wir auch einen Thermalbad-Urlaub machen. Budapest war die perfekte Lösung!

 

St. Stephans- Kathedrale                                        Heilbäder in Budapest

Wohnung Budapest


Budapest ist die Hauptstadt Ungarns und wird oft als "Paris des Ostens" beschrieben. Die Stadt liegt auf beiden Seiten der Donau und entstandt 1873 als die drei Städte Óbuda, Buda und Pest vereinigt wurden. Die grünen Hügel und historischen Denkmäler bieten Unmengen an Sehenswürdigkeiten. Die Bauarbeiten an der Budaer Burg begannen 1243. Aufgrund von zahlreichen Angriffen im Laufe der Geschichte bekam sie ihr heutiges Aussehen nach vielen Um- und Anbauten, wobei sie dennoch die Prägung der Renaissance, neben den Eigenheiten der Gothik, beibehielt. Der Budaer Burgpalast, der neben dem Ungarischen Historischen Museum auch die Nationalgallerie und die Széchenyi-Nationalbibliothek beherbergt, ist die meistbesuchte Attraktion der Ungarnurlauber.
Die Mauern um die Burg herum frieden das Burgviertel ein, in das sich die Bevölkerung zurückzog, um Schutz vor Mongolen und anderen Angriffen zu suchen.
Das Burgviertel ist heute eine kleine Stadt mit einem großartigen Ambiente voller Geschichten aus der Vergangenheit, ein wahres Paradies für Urlauber. Sein Mittelpunkt ist der Drefaltigkeitsplatz mit seiner barocken Drefaltigkeitsstatue. Die Matthiaskirche (Nagyboldogasszony-főtemplom), die Fischerbastei und die Zahnradbahn sind ebenfalls hier zu finden. Die Budaer Burg gehört zum Weltkulturerbe. Neben diesen Attraktionen bietet das Burgviertel eine lebendige Atmosphäre mit seinen regelmäßigen Kulturprogrammen, beschaulichen Restaurants, Kaffeehäusern, Märkten und einem Kasino.
Der Juwel Budas ist der 235m hohe Gellértberg. Den alten Legenden zufolge war er die Heimat von Hexen. Benannt wurde er nach dem Bischof Gellért, der in ein Fass gezwängt wurde und vom Gipfel hinabgeworfen wurde. Seine Statue befindet sich über dem Wasserfall mit Blick auf die Donau. Die Zitadelle wurde oben auf dem Berg errichtet, ihre Terrassen bieten eine wundervolle Sicht über Budapest. Dort steht auch eine Frau, welche die Freiheitsstatue darstellt, die 1947 als Denkmal für das Ende des Faschismus errichtet wurde.
Bevor wir über die Pester Seite sprechen, möchten wir erwähnen, dass heute die beiden Stadtteile von neun Brücken verbunden werden. Unter diesen befinden sich echte Schmankerl. Die Lieblingsbrücke vieler Leute ist die Kettenbrücke. Mit ihrem Bau wurde 1842 auf István Széchenyis Vorschlag hin begonnen. Ihren Namen erhielt sie von den Eisenketten, die seinerzeit die Träger hielten. Die Träger werden von zwei klassizistischen Saulen gestützt. Die Brückenauffahrten werden von vier Löwen bewacht, die vom Bildhauer János Marschalkó entworfen wurden. Entgegen dem Volksglauben, die Zungen der Löwen würden fehlen, sind diese sehr wohl vorhanden. Man muss nur den Mut aufbringen, von oben in das Maul der Löwen zu sehen. Der Anblick der beleuchteten Brücke bei Nacht ist atemberaubend.
Eine weitere wunderschöne Brücke ist die Freiheitsbrücke, die die dritte Brücke in Budapest war und über ein unverwechselbares Eisengestell verfügt. Sie ist Budapests kürzeste Brücke. Ursprünglich wurde sie Franz-Joseph-Brücke genannt, nachdem Franz Joseph, der eine Silberplakette mit seinen Initialen im Brückenkopf angebracht hatte, sie eingeweiht hatte. Leider verschwand die Plakette während der Revolution 1956.
 



Freiheitsbrücke                                                                 Kettenbrücke

Die Elisabethbrücke leuchtet in strahlendem Weiß über der Donau. Sie wurde in der heutigen Form am 21. November 1964 wiederöffnet, nachdem sie von den Deutschen im Zweiten Weltkrieg gesprengt wurde. Durch den kleinen Knick verbindet die Margaretenbrücke nicht nur Buda und Pest, sondern auch noch die Margareteninsel.

Pest befindet sich auf der flachen Seite und ist das Zentrum des ungarischen Geschäfts- und Politikleben. Dennoch mangelt es auch dort nicht an historischen Sehenswürdigkeiten.
Das Parlament liegt am Ufer (und in der Widerspiegelung) der Donau. Seine Errichtung wurde am 12. Oktober 1885 begonnen und dauerte 17 Jahre, wobei es als Arbeitsstätte für ca. 1000 Menschen diente. Entworfen wurde es von Imre Steindl. Es wurden nur ungarische Baustoffe, Techniken und Handwerkskunst verwendet, was der ungarischen Bauindustrie einen gewaltigen Schub gab. Man kann sagen, es hat den Titel verdient: das Gebäude des Landes. Vom Stil her ähnelt es dem House of Parliament in London, es ist neugothisch, was seinerzeit eine große Debatte mit sich brachte. Das Ungarische Parlament ist nicht nur die Heimat des Parlaments, sondern auch eine der touristischen Hauptattraktionen Budapests. Daher stehen seine Tore offen für Besucher, so dass die wunderschönen Gemäuer, die tollen Treppenhäuser sowie die Statuen und die Krone von König Stephan, dem ersten ungarischen König besichtigt werden können.
Unweit des Parlaments bietet das Donauufer hervorragende Unterhaltung für Spaziergänger. Von der Fußgängermeile aus kann man sich an dem lächelnden Antlitz Budas erfreuen und eine kleine Erfrischung in einem der zahlreichen Kaffeehäuser oder Restaurants einnehmen. Die Váci Straße mit ihren Seitenstraßen ist die Haupteinkaufszone der Stadt. Hier befinden sich viele luxuriöse Geschäfte, Restaurants und Kaffeehäuser. Hier fühlt sich jeder im bunten Getummel und zwischen einladenden Gebäuden wohl.
Wenn wir unsere Tour durch Pest fortsetzen, sollten wir bei der St. Stephans- Kathedrale stehenbleiben und diese würdigen. Sie ist Budapests größte Kirche und kann bis zu 8500 Personen gleichzeitig aufnehmen. Die rechte Hand des ersten Königs von Ungarn, König Stephan, ist hier aufbewahrt. Die Erbauung begann am 4. Oktober 1851 unter der Leitung von Miklós Ybl. Dennoch stürzte die Kuppel 1868 ein. Miklós Ybl leitete die Konstruktion bis zu seinem Ableben, so dass die Abschlussarbeiten und das Innere von József Kauser gemacht wurden. Erst kürzlich wurden 20jährige Renovierungsarbeiten abgeschlossen. Die meisten sagen die Kathedrale sei schöner als je zuvor. Die attraktive Kuppel ist 96 m hoch und die Besucher können herumgehen, und aus 65 m Höhe auf die Stadt herabblicken. Im Inneren befinden sich Bilder und Skulpturen von Ungarns besten Künstlern angafangen von Árpád Festy über Gyula Benczúr und János Fadrusz bis hin zu Alajos Stróbl.
Nur wenige Meter von der Kathedrale entfernt beginnt Budapests schönste Straße, die Andrássystraße, die im Heldenplatz ihr Ende findet. Diese anmutige Prachtstraße gehört zum Weltkulturerbe und viele Budapester Sehenswürdigkeiten, kulturelle Einrichtungen, Unterhaltungslokalitäten und gemütliche Kaffeehäuser befinden sich an der Straße und in ihrer unmittelbaren Umgebung. Zu erwähnen ist auch die Ungarische Nationaloper, die im ersten Drittel der Straße anzufinden ist. Ihr Gebäude im Stile der Neorenaissance wurde von Miklós Ybl entworfen und ist Austragungsort vieler Opern, Balett sowie anderer Aufführungen und nicht zuletzt des jährlichen Opernballes. Der Opernball wird von ungarischen und internationalen Berühmtheiten wie Ministern, wichtige Personen des Wirtschaftslebens, Schauspielern etc. gerne besucht.
Der Heldenplatz ist der größte Platz des Landes und wohl auch der schönste. Aus der Sicht der Andrássystraße scheint es, als würden einen die "Arme" des Millenniumsdenkmal willkommen heißen. Das Denkmal erinnert mit wichtigen Gestalten and die nunmehr über tausendjährige Geschichte Ungarns. Oben auf dem Denkmal sieht man den Erzengel Gabriel, welcher König Stephan die Krone brachte.als er im Traume erschien. Unten an der Statue stehen die sieben Häuptlinge, die die nomadischen Ungarn heimführten und auf beiden Seiten befinden sich die beliebtesten Könige und Herrscher. Zu beiden Seiten des Platzes, einander gegenüber stehen zwei der wichtigsten Museen Budapests, das Museum der schönen Künste und das Kunstmuseum. Der Heldenplatz verbindet die Andrássy Straße mit dem Stadtpark.
Der Stadtpark ist eine der beeindruckendsten grünen Lungen Budapests. Er bietet eine Menge Möglichkeiten zur Erholung und zur Unterhaltung zwischen seinen besonderen Bäumen ud Pflanzen. Wenn man vom Heldenplatz kommt betritt man den Park über eine kleine Brücke über den kleinen See im Park. Auf diesem See kann man im Sommer bootfahren und im Winter eislaufen. Im See spiegelt sich das Vajdahunyad-Schloß wider, das wie ein Märchenschloß aussieht. Es wurde dem Schloß am Fluss Zalasd in Siebenbürgen nachempfunden. Es wurde aus Holz und Papier zum tausendsten Jubiläum Ungarn gebaut, um die unterschiedlichsten ungarischen Baustile zu veranschaulichen. Er war jedoch ein solcher Erfolg, dass es 1896 aus Stein erbaut wurde. Man findet im aus 21 Einheiten bestehenden Gebäude romanische, gothische, barocke und Renaissanceelemente. Außerdem beherbegt es heute das Museum der Ungarischen Landwirtschaft. Hinter dem Vajdahunyad-Schloß steht das Gebäude des Széchenyi Heilbades, das 1913 erbaut wurde.
Es ist das wichtigste und meistbesuchte Heilbad der Stadt und erlaubt es, verschiedene Badekulturen auszuprobieren.
Dort warten 15 Becken auf die Besucher. Zwölf Thermalwasserbecken im Inneren des Gebäudes, sowie drei Außenbecken: ein Abenteuerbecken, ein normales Schwimmbecken und ein Thermalwasserbecken. Die Wassertemperatur liegt zwischen 20 und 38 Grad Celsius. Für was ist das Széchenyi Heilwasser gut? Bei äußerer Behandlung hilft es gegen rheumatische Arthritis und orthopädische Leiden. In Form einer Trinkkur lindert es vielerlei Magenleiden, einige Nieren- und Stoffwechselerkrankungen und hilft auch bei Leberkrankheiten. Das Heilwasser erhält man in der Trinkhalle des Bades. Neben Schwimmen kann man auch einige andere Dienste wie Massagen, work outs und Abnehmkuren machen.
Der Erlebnispark, der Kapitol Großzirkus und der Tierpark befinden sich ebenfalls im Stadtpark.
Die exotischen Gehege des Tierparks sowie das wundervolle Palmenhaus sind einen Besuch wert. Man sollte das berühmteste Restaurant Budapests, das Gundel, nicht übergehen, welches seit jeher den Ruf der ungarischen Küche vorantreibt. Das Restaurant ist nicht nur ein Ort, an dem man ißt, es ist auch die Heimat mehrerer Kunstwerke und ebenso einer Gallerie. Illustre Persönlichkeiten wie Johannes Paul II, Prinz Albert von Monaco, Königin Elisabeth II, aber auch Antonio Banderas und Silvester Stallone haben bereits in diesem Gebäude gespeist.
All diejenigen, die laute, quirlige Orte mögen, kommen jeden Samstag vormittag in der Petőfi Halle beim dortigen Flohmarkt voll auf ihre Kosten.
Ich könnte die Liste an Sehenswürdigkeiten und Kuriositäten noch lange fortsetzen, doch überlasse ich lieber Ihnen ihre Entdeckung.

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